Aktien oder Immobilien? Das Beste aus zwei Welten kombinieren

Sie sind beide Klassiker unter den Sachwerten: Immobilien und Aktien. Doch welche Anlageform verspricht höhere Renditen, welche ein höheres Maß an Wertstabilität? Darüber gehen die Ansichten der Experten auseinander. Um meine Meinung vorwegzunehmen:

Es geht nicht um ein „Entweder-oder“, sondern idealerweise um ein „Sowohl-als-auch“.

Doch nehmen wir die Vor- und Nachteile beider Anlageformen etwas genauer unter die Lupe.

Eine Aktienanlage ist mit relativ kleinen Beträgen möglich, für eine Immobilie in guter Lage müssen Sie heute schon mit einem hohen sechsstelligen Betrag rechnen. Das heißt, Sie binden Ihr Kapital langfristig und/oder gehen langjährige Darlehensverpflichtungen ein.

Aktienanlage ist sehr liquide

Ein weiterer Vorteil von Aktien oder Aktienfonds ist deren Fungibilität, wie es im Fachjargon heißt. Im Klartext: Aktien können Sie per Mausklick schnell wieder zu Geld machen. Schon nach Minuten wird Ihnen der Gegenwert auf Ihrem Konto gutgeschrieben und Sie können über Ihr Geld frei verfügen.

Im Vergleich dazu ist der Verkauf einer Immobilie ein langwieriger Prozess – jedenfalls dann, wenn Sie Ihr Objekt nicht zu einem „Schnäppchenpreis“ veräußern möchten (und wer will das schon, sieht man von Notverkäufen einmal ab?).

Starke Nachfrage nach Immobilien

Derzeit ist in vielen Regionen Deutschlands die Nachfrage nach Immobilien allerdings so groß, dass man in der Regel nicht lange suchen muss, um einen Käufer zu finden, der bereit ist, einen angemessenen Preis zu akzeptieren.

Viele Aktiengesellschaften wiederum zahlen Ihren Aktionären eine im Vergleich mit den kümmerlichen Sparzinsen attraktive Dividende. Manche Anleger suchen ganz gezielt nach Papieren von Unternehmen, die ihre Aktionäre mit hohen Dividenden belohnen (Dividendenstrategie). Als Aktionär setzen Sie also zum einen auf steigende Aktienkurse und zum anderen auf eine möglichst hohe Dividende. Es sei denn, Sie entscheiden sich bewusst für Aktien von Wachstumsunternehmen und verzichten auf Dividendenzahlungen.

Steuervorteile für Immobilien-Eigentümer

Als Immobilien-Eigentümer hoffen Sie auf steigende Objektpreise und angemessene Mieteinnahmen. Ist die Immobilie vermietet, dann können Sie die Schuldzinsen für das Darlehen und andere Kosten (zum Beispiel Reparatur- oder Sanierungsaufwand) steuerlich geltend machen.

Bewohnen Sie die Immobilie selbst, dann zahlen Sie zwar keine Mieten, müssen aber Ihr Darlehen mit Zinsen und Tilgung bedienen. Sie profitieren somit oft erst im Ruhestand, wenn das Haus oder die Wohnung entschuldet ist („mietfreies Wohnen im Alter“). Bis dahin genießen Sie eine emotionale Rendite („Besitzerstolz“). In erster Linie hofft der Immobilien-Eigentümer ebenso wie der Aktionär aber auf eine deutliche Wertsteigerung seines Investments.

Das kann bei Aktien sehr schnell geschehen. In fünf Jahren stieg zum Beispiel der Wert des Papiers des Münchner Zahlungsdienstleistungs-Unternehmens Wirecard um 429 Prozent. Im gleichen Zeitraum stürzte die Aktie der Deutschen Bank um fast 70 Prozent ab (Stand: August 2019). Ähnliche Sprünge sind bei Immobilien zumindest in Deutschland nicht zu erwarten.

Totalverlust so gut wie ausgeschlossen

Die Gefahr, dass Sie mit einem Haus oder einer Wohnung einen Totalverlust erleiden, ist nahezu ausgeschlossen. Selbst wenn Ihre Immobilie ein Raub der Flammen werden sollte, springt die Wohngebäudeversicherung ein, sofern Sie eine solche Police vereinbart haben, was zumindest in der Finanzierungsphase obligatorisch ist.

Bleibt schließlich die Frage, welche Faktoren auf die Wertentwicklung von Aktien und Immobilien Einfluss nehmen. Im Fall von Aktien ist dies in erster Linie der unternehmerische Erfolg, die Situation in der betreffenden Branche und natürlich die Konjunkturlage. Bei Immobilien kann sich die Lage im Nachhinein verbessern oder verschlechtern. Entsteht rund um das Objekt zum Beispiel ein „grünes” Wohnumfeld mit intakter Infrastruktur, ergibt sich daraus ein Wertsteigerungspotenzial. Entwickelt sich die Lage hingegen zu einem „sozialen Brennpunkt“, kann der gegenteilige Effekt eintreten.

Mein Fazit: Ich empfehle Ihnen, nach Möglichkeit Aktien und Immobilien zu erwerben und gleichsam das Beste aus zwei Welten zu kombinieren. Bei einem Immobilien-Investment sollte das Haus oder die Wohnung zur Selbstnutzung Priorität haben. Denn von dieser Kapitalanlage profitieren Sie sofort (Wohnen in den „eigenen vier Wänden“). Für ein Aktien-Engagement empfehle ich aufgrund der breiten „Streuung“ entweder Aktienfonds oder aber ETFs, die einen bestimmten Index abbilden.

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