von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Volatile Märkte
07.02.2025
Das von der Universität Michigan erhobene US-Konsumklima belegt, dass die Mehrheit der Amerikaner entgegen dem Wahlversprechen von Trump wieder mit mehr Inflation rechnet. Auch die zum Ende der Biden-Präsidentschaft starken Arbeitsmarktdaten mit Vollbeschäftigung und steigenden Löhnen drückten die Hoffnung auf bevorstehende weitere Leitzinssenkungen der US-Notenbank, was sowohl die Anleihe- als auch die Aktienmärkte belastete.
Kurz vor dem Amtsantritt von Trump verlief die Ausgabe neuer US-Staatsanleihen schlecht. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg mit 4,79 Prozent in die Nähe ihres 15-Jahres-Hochs aus 2023 in Höhe von 5,0 Prozent. Angesichts einer US-Staatsverschuldung von über 120 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsproduktes (BIP) könnte die Bereitschaft des Marktes abnehmen, unbegrenzt weitere US-Staatsschulden zu finanzieren. Zumindest wird sie wohl mit höheren Renditen erkauft werden müssen. Von 2020 bis 2023 unter Präsident Biden war die US-Staatsverschuldung in Relation zum BIP von fast 132 auf knapp 119 Prozent gesunken.
Erst neue Inflationsdaten in den USA sorgten im Monatsverlauf für eine bessere Stimmung. Der Verbraucherpreisindex in den USA stieg im Dezember um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dagegen sank die Kerninflationsrate leicht von 3,3 auf 3,2 Prozent. Zudem fiel der Auftakt in die US-Berichtssaison mit guten Ergebnissen der großen US-Finanzinstitute erfreulich aus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank daraufhin auf 4,6 Prozent. Damit drehten auch die Aktienmärkte nach oben.
Der Dow Jones Industrial Average holte einen Großteil der Kursverluste aus dem Dezember wieder auf und stieg über 44.000 Zähler, sodass der Rekord von Anfang Dezember bei 45.074 Punkten in greifbare Nähe rückte. Der S&P 500 Index schaffte das bereits und erreichte seinen Rekordwert bei 6.100 Zählern. Von den oben genannten sieben großen US-Technologie-Konzernen unterstützten sechs die Kurserholung.
An die Spitze setzte sich abermals der KI-Chip-Wert Nvidia mit einem Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn. Allein die Apple-Aktie konnte die schlechtere Stimmung aus der ersten Woche des Jahres nicht abschütteln und vergrößerte ihren Kursverlust im laufenden Jahr auf rund 10 Prozent.
Der Nasdaq-100-Index näherte sich aber wieder der 22.000er-Marke. Wenig höher, bei 22.133 Punkten, hatte der Index Mitte Dezember seinen bisherigen Höchststand markiert.
In Europa sind die Chancen auf eine Unterstützung der Kapitalmärkte durch eine weitere Lockerung der Geldpolitik größer. Außerdem honorierten die Aktienmärkte, dass Trump seine Zolldrohungen gegen die EU nicht sofort konkretisierte. Der Euro-STOXX-50 sprang darauf kraftvoll über die 2024 entstandene Widerstandszone bei 5.000 bis 5.122 Zählern und erreichte mit Werten über 5.200 Punkten den höchsten Stand seit über 20 Jahren.
Nur während der New Economy-Euphorie im Jahr 2000 stand der europäische Leitindex höher, damals gestützt auf überzogen optimistische Annahmen, während der Anstieg jetzt von vielen Sorgen begleitet wird. Der Deutsche Aktienindex (DAX) kletterte auf neue Rekorde über 21.000 Zähler. In den DAX-Performanceindex werden anders als beim Euro-STOXX-50-Kursindex die gezahlten Dividenden eingerechnet. Dies verschafft dem Performanceindex besonders langfristig einen Vorteil.
Der japanische Aktienmarkt startete dagegen ohne Schwung in das Jahr 2025 und der Nikkei-225-Index setzte seine Seitwärtsbewegung in der Bandbreite zwischen 38.000 und rund 40.000 Punkten fort. Die Geschäftsjahre der japanischen Unternehmen und das für die Steuerberechnung geltende Fiskaljahr enden in Japan traditionell erst Ende März. Auch die chinesischen Börsen konnten von den guten Vorgaben vom US-Aktienmarkt nur wenig profitieren. Nicht zuletzt die Sorge vor US-Zöllen belastete.

Höchststand beim Euro-STOXX-50 mit über 5.200 Punkten
Quelle: Finanzen.net / DRESCHER & CIE AG, 26.12.2024
Der Euro fiel im Verlauf des Januars gegen US-Dollar auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren bei 1,02 US-Dollar pro Euro, stabilisierte sich aber, bevor die Parität von eins zu eins wieder erreicht wurde, auf rund 1,04 US-Dollar. Kryptowährungen profitieren weiterhin vom Politikwechsel in den USA, wobei sich Donald Trump und sein Umfeld Einnahmen in Höhe Hunderter Millionen US-Dollar durch die Ausgabe eigener Crypto-Coins verschafften.
»Echte« Kryptowährungen wie Bitcoin, XRP (Ripple) und Solana erreichten neue Rekordwerte. Ein Bitcoin kam je nach Handelsplatz auf rund 109.350 US-Dollar. Der Goldpreis stabilisierte sich oberhalb von 2.600 US-Dollar pro Unze und näherte sich im Verlauf des Januars seinem Rekordhoch von Ende November 2024 bei 2.790 US-Dollar.
Quelle
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