von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Volatile Märkte
09.07.2025
Der Ölpreis erreichte den höchsten Stand seit Januar. Ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent kostete in der Spitze 79 US-Dollar. Die nach dem Eingreifen der USA von Trump verkündete Waffenruhe ließ den Ölpreis wieder auf das Vorkriegsniveau unter 70 US-Dollar pro Barrel fallen.

Temporärer Ölpreisanstieg durch Israel-Iran-Konflikt: Die nach dem Eingreifen der USA von Trump verkündete Waffenruhe ließ den Ölpreis wieder auf das Vorkriegsniveau unter 70 US-Dollar pro Barrel fallen
Quelle: Finanzen.net, DRESCHER & CIE AG, 26.06.2025
An der Wallstreet kehrte nach den starken Kursschwankungen von März bis Mai relative Ruhe ein. Die US-Inflationsdaten blieben bislang unter den Befürchtungen. Auch die Wirtschaftsdaten wurden als Hinweis auf eine weiterhin robuste Konjunktur interpretiert. Zudem konnten die Märkte die Gefahren durch Zollstreitigkeiten erst einmal weitgehend ausblenden, laufen doch gegenüber der größten Handelspartnern Fristen, während der „Deals“ gemacht werden sollen.
Unmittelbar nach dem Ende seiner Tätigkeit für den US-Präsidenten geriet Elon Musk öffentlich in Streit mit Trump, was insbesondere die Tesla-Aktie zwischenzeitlich stark belastete. Der S&P-500-Index pendelte um die Marke von 6.000 Punkten – ein Niveau, das er schon im November nach der Trump-Wahl erreicht hatte. Ähnliches gilt für den Dow Jones und den NASDAQ-100.
Für einen Anstieg über die im Februar erreichten Rekordstände mangelte es an Impulsen. Wie allgemein erwartet, beließ die US-Notenbank das Leitzinsband bei 4,25 bis 4,50 Prozent. Auch die Bank of England blieb mit ihrem Leitzins bei 4,25 Prozent. Dagegen senkte die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins das sechste Mal in Folge – auf jetzt Null. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte wie erwartet erneut ihre Leitzinsen.
In Europa löste die Nachrichtenlage um den Nahen Osten stärkere Gewinnmitnahmen aus: Der EUROSTOXX-50 sackte von gut 5.400 Punkten auf rund 5.200 Zähler ab, der DAX von einem Anfang Juni erreichten neuen Rekordstand bei 24.479 Punkten auf rund 23.000 Zähler.
Der japanische Aktienmarkt zeigte sich wenig beeindruckt vom Nahost-Konflikt und bewies im Juni mit einer positiven Tendenz relative Stärke. Der Nikkei-225 kletterte auf fast 39.000 Punkte und kehrte damit auf das Niveau des Monats Februar zurück. Nachdem der Markt besonders unter den Zollplänen von Trump gelitten hatte, stützt sich das Kurspotenzial jetzt wieder auf die fortschreitenden Bemühungen japanischer Unternehmen, ihre Rentabilität zu erhöhen.

EZB mit sechster Leitzinssenkung
Quelle: Finanzen.net, DRESCHER & CIE AG, 26.06.2025
Zwar ist der Verbraucherpreisindex für den April auf den niedrigsten Stand seit Februar 2021 gesunken, aber die Wirkung der Zölle dürfte erst in der Jahresmitte stärker spürbar werden. Trotz der Deeskalation zwischen den USA und China erheben die USA jetzt durchschnittlich die höchsten Einfuhrzölle seit 1937. Zudem sprechen erste Daten dafür, dass sich die Zölle negativ statt positiv auf die Gewinnspannen der US-Unternehmen auswirken, insbesondere im Einzelhandel.
Die Kernumsätze im Einzelhandel fielen im April gegenüber dem Vormonat, vor allem aufgrund von Rückgängen bei Sportartikeln und Kaufhäusern. Die Stimmung bei Kleinunternehmen in den USA ist den vierten Monat in Folge gesunken und die Stimmung im Baugewerbe erreichte im Mai den niedrigsten Stand seit Ende 2023. Das vorläufige, von der Uni Michigan erhobene Verbrauchervertrauen für Mai ist auf ein Dreijahrestief gefallen.
Der US-Anleihemarkt zeigte sich entspannt. Die Versteigerung von US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit im Volumen von 22 Milliarden Dollar konnte mit einer Rendite von 4,84 Prozent platziert werden. Erst im Mai war eine Auktion für 20-jährige Staatsanleihen noch auf weniger Interesse gestoßen. Die Rendite der wegweisenden US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit verringerte sich von 4,63 Prozent Mitte Mai auf rund 4,3 Prozent.
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