von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Konjunktur Globale Märkte Tech-Aktien
06.05.2023
Zudem sorgte eine optimistische Quartalsprognose des größten US-Speicherchip-Herstellers Micron Technology für gute Stimmung – vor allem bei Halbleiterwerten und bei Technologiewerten allgemein.
Aber schon vor Ostern in der durch Karfreitag verkürzten Handelswoche kehrten Konjunktursorgen zurück. Die deutschen Konjunkturdaten fielen besser aus als erwartet und bestätigten, dass Europas Wirtschaft gut durch den Winter gekommen ist und damit nicht so negativ wie 2022 befürchtet werden musste.
Die Wallstreet honorierte dagegen schwächere Wirtschaftsdaten mit Kursgewinnen, weil damit die Hoffnung auf ein Ende oder zumindest auf eine Pause bei den Fed-Leitzinserhöhungen größer wurde. Davon profitierten weiterhin die »Big Techs«, die Aktien der großen US-Technologiekonzerne, die seit Jahresbeginn einen größeren Teil ihrer Vorjahres-Kursverluste aufholen konnten.
Mit Erleichterung und Kursgewinnen wurde auch der Auftakt in die Berichtssaison aufgenommen. So konnten die US-Großbanken für das erste Quartal des Jahres hohe Gewinne vermelden. Der populäre Dow Jones Industrial Average zeigte sich dennoch ohne klaren Trend. Mit 34.000 Punkten erreichte der Index zwar höhere Werte als im März, in dem der Index bis auf 31.430 Zähler gefallen war.
Neue Jahreshochs wurden aber nicht erreicht, sodass sich für das laufende Jahr bislang nur ein kleines Plus ergibt. Auch die Nasdaq-Indizes verloren an Schwung. Sie hatten bis Ende März getrieben von der Kurserholung großer Technologie-Aktien einen Aufwärtstrend ausgebildet. Der Nasdaq-100-Index pendelte im April in einer engen Bandbreite um die Marke von 13.000 Punkten, was seit Jahresbeginn ein Plus von fast 20 Prozent bedeutet.

Nasdaq-100-Index mit 20 Prozent Plus seit Jahresbeginn
Quelle: Morningstar Direct / DRESCHER & CIE AG / 28.04.2023
Auch an den europäischen Aktienbörsen erwies sich der Kursrückgang in der ersten Märzhälfte nur als untergeordnete Korrektur, denn schon in der zweiten Monatshälfte waren diese Kursverluste in den meisten Fällen wieder aufgeholt. Im April erreichte der Euro-STOXX-50 erstmals wieder 4.400 Punkte und steht damit vor den im November 2021 und Anfang 2022 erreichten Zehn-Jahres-Hochs.
Ähnliches gilt für den Deutschen Aktienindex (DAX). Der Index näherte sich im April der Marke von 16.000 Punkten und damit seinem bisherigen Rekordstand von 16.290 Zählern aus dem November 2021 und Januar 2022.

DAX nähert sich Rekordstand von 16.290 Punkten
Quelle: Morningstar Direct / DRESCHER & CIE AG / 24.11.2022
Nachdem die wegweisende Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit Anfang März mit 4,09 Prozent den höchsten Stand seit November markiert hatte, waren die Zinsen unter dem Eindruck der Probleme im Bankensektor im März deutlich gefallen. In den ersten Apriltagen fiel die Rendite auf nur 3,25 Prozent – den tiefsten Stand seit September vergangenen Jahres.
Dann setzte sich allerdings die Auffassung durch, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in den nächsten Monaten ihre Leitzinsen wohl noch nicht senken wird. Die Rendite kehrte darauf in die Bandbreite von 3,3 bis 3,6 Prozent zurück. Auch europäische Anleihen konnten mehrheitlich nicht an die Kursgewinne aus der ersten Märzhälfte anknüpfen.
Bei Staatsanleihen überwogen leichte Kursverluste. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen kletterte erstmals seit den Kursgewinnen im März wieder auf die Marke von 2,5 Prozent.
Der Goldpreis hatte im März von der Bankenkrise und der damit verbundenen Hoffnung auf ein Ende des Zinsanstiegs profitiert. Erstmals seit dem Frühjahr 2022 wurde die Marke von 2.000 US-Dollar pro Unze erreicht. Obwohl die Bankenkrise keine weiteren Kreise zog und die Renditen wieder stiegen, konnte Gold das erreichte Preisniveau halten.
Im April blieb der Goldpreis nahe der 2.000-Dollar-Marke, konnte allerdings nicht über 2.050 US-Dollar steigen. Schon in den Jahren 2020 und 2022 mangelte es Gold oberhalb von 2.000 US-Dollar an Anschlusskäufen. Der bisherige Rekordpreis wurde im Spätsommer 2020 bei 2.075 US-Dollar erreicht.
Der Silberpreis setzte seinen im März begonnenen Aufwärtstrend fort und näherte sich mit gut 26 US-Dollar pro Unze ebenfalls seinem 2022er Hoch. Wie der Goldpreis konnten auch die großen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether ihre Kursgewinne aus dem März im April zunächst halten.
Mitte des Monats lag der Wechselkurs für einen Bitcoin erstmals seit Juni vergangenen Jahres wieder bei über 30.000 US-Dollar. Dann setzen allerdings Gewinnmitnahmen ein und eine Einheit der größten Digitalwährung rutschte wieder unter 28.000 US-Dollar.
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