von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
US-Markt Globale Märkte
08.11.2025
Die jüngsten US-Inflationszahlen lagen unter den Befürchtungen, womit der Weg für eine Lockerung der Geldpolitik geebnet sein dürfte. Der US-Aktienmarkt profitierte zudem vom anhaltenden KI-Boom. Allerdings nahmen auch kritische Einschätzungen zu, die hohen KI-Investitionen könnten sich nicht amortisieren.
Die jüngsten US-Inflationszahlen lagen unter den Befürchtungen, womit der Weg für eine Lockerung der Geldpolitik geebnet sein dürfte. Der US-Aktienmarkt profitierte zudem vom anhaltenden KI-Boom. Allerdings nahmen auch kritische Einschätzungen zu, die hohen KI-Investitionen könnten sich nicht amortisieren.
Pharma-Aktien, die lange unter dem Spardruck der öffentlichen Gesundheitssysteme gelitten hatten, profitierten zeitweilig von der Aussicht, »Deals« mit der Trump-Administration machen zu können. Für einen Rückschlag sorgte abermals US-Präsident Trump, als er in Reaktion auf verschärfte Exportbeschränkungen Chinas für Seltene Erden neue Zusatzzölle für Einfuhren aus China in Höhe von 100 Prozent ankündigte.
Dies löste eine zwischenzeitliche Welle von Gewinnmitnahmen aus. Größere konkrete Störungen aus dem Handelskonflikt ergaben sich bei der Versorgung mit Mikrochips des Halbleiter-Herstellers Nexperia, der vor allem Automobilhersteller beliefert. Die Sorgen um eine Eskalation des amerikanisch-chinesischen Handelskonfliktes weiteten sich nicht aus, weil Trump seine Drohungen abermals relativierte. Die von ihm angedrohten Zölle, die zusammen einen Zollsatz von 157 Prozent erreichen würden, seien wirtschaftlich nicht verkraftbar – wohl auch nicht für die US-Volkswirtschaft. Ein infrage gestelltes Gipfeltreffen mit dem chinesischen Diktator Xi Jinping soll doch stattfinden.
Für Nervosität sorgten vorübergehend die zwei US-Regionalbanken Zions Bancorp und Western Alliance, als sie mögliche Millionenschäden durch Kreditbetrug im Zusammenhang mit Immobilieninvestments bekannt gaben. Marktteilnehmer fühlten sich an die Anfänge der Bankenkrise 2007 erinnert. Die Sorge, dass sich dies erneut zu einer großen Finanzkrise ausweiten könnte, belastete auch europäische Bankaktien, erwies sich aber als überzogen.
Von den Unternehmensnachrichten der laufenden Berichtssaison mit den Geschäftsergebnissen des dritten Quartals gingen für den Gesamtmarkt mehrheitlich positive Signale aus. So kletterte der populäre US-Aktienindex Dow Jones Industrial Average auf neue Rekordstände über 47.000 Zähler. Auch der für den gesamten US-Aktienmarkt repräsentativere S&P-500-Index erreichte neue Allzeit-Hochs von über 6.800 Punkten und der von großen Technologie-Konzern-Aktien geprägte Nasdaq-100 von über 25.000 Zählern.
Als gutes Zeichen werten Marktbeobachter, dass sich die große Mehrzahl der US-Aktien in Aufwärtstrends befindet. So stieg auch der Nebenwerte-Index Russell-2000, der die 1.000 nach Marktwert größten US-Aktien ausschließt, auf neue Rekordwerte.
Währungsseitig setzten sich die Wechselkursverluste bei US-Wertpapieren für in Euro rechnende Anleger im Oktober nicht fort. Bis Mitte September war der US-Dollar bis auf 0,8340 Euro gefallen. Im Laufe des Oktobers erholte sich die US-Währung bis auf 0,866 Euro. Damit setzte sich eine seit Juli zu beobachtende Seitwärtspendelbewegung fort.
Auch die europäischen Aktienmärkte konnten im Oktober Rekordhöhen erreichen. Europäische Stahlwerte, die unter den auf 50 Prozent erhöhten US-Importzöllen leiden, profitierten von der Absicht der EU, nun ihrerseits mit Stahleinfuhrquoten den heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.
Der Leitindex der Eurozone, der Euro-STOXX-50, überwand Anfang des Monats den Widerstand bei 5.500 Punkten und stieg rasch Richtung 5.700 Zähler, bis er im Monatsverlauf kurz auf die wichtige Marke von 5.500 Punkten zurückfiel, die künftig als Unterstützung dienen sollte. Schließlich kletterte er erstmals in seiner Geschichte über 5.700 Zähler. Der Deutsche Aktienindex DAX stellte mit 24.771 Punkten im Monatsverlauf eine neue Rekordmarke auf.

S&P 500-Index seit 2022 mit kontinuierlichem Anstieg
Quelle: Morningstar Direct, DRESCHER & CIE AG, 27.10.2025

Seitwärtspendelbewegung beim US-Dollar setzt sich fort
Quelle: Morningstar Direct, DRESCHER & CIE AG, 27.10.2025
Eine Outperformance zeigte im Oktober der japanische Aktienmarkt. Er profitierte von der Wahl Sanae Takaichis zur Chefin der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP). Weil die LDP den Regierungschef stellt, folgte darauf auch der Wechsel an der Spitze der japanischen Regierung. In Erwartung einer wirtschaftsfreundlichen Politik und günstiger geldpolitischer Rahmenbedingungen stiegen japanische Aktien.
Der Nikkei-225-Index kletterte erstmals über die Marke von 50.000 Punkten. Der Anstieg des Goldpreises setzte sich in der ersten Monatshälfte fort. Er näherte sich mehrfach der Marke von 4.400 US-Dollar pro Unze. Die zweite Monatshälfte war von Gewinnmitnahmen gekennzeichnet, die den Goldpreis auf rund 4.000 US-Dollar zurückführten.
Quelle
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