von
Sommese & Kollegen
Strategie
Anlagestrategie Trends und Märkte
14.07.2026
Themen also, die bei Investoren aktuell gut ankommen. So wurden 555,555 Millionen Aktien zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar verkauft. Das entspricht einem Emissionserlös von 75 Mrd. US-Dollar. Damit hat SpaceX den bislang größten Börsengang der Geschichte vollzogen. Der bisherige Rekord wurde vom saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco im Jahr 2019 mit rund 29 Mrd. US-Dollar aufgestellt.
Die ersten Tage der SpaceX-Aktie an der US-Börse Nasdaq spiegelten eine gewisse Euphorie wider. In der Spitze stieg die Aktie auf gut 225 US-Dollar – offenbar aufgrund von Käufen solcher Anleger, die bei der Aktienzuteilung keine oder weniger Aktien als gewünscht erhalten hatten. Eine Besonderheit des SpaceX-Börsengangs war die ungewöhnlich starke Berücksichtigung kleiner Privatanleger, bei denen die Aktie weit über die USA hinaus offenbar auf großes Interesse stieß. Von Analysten, Kapitalmarktexperten und auch Fondsmanagern sind dagegen oft warnende und skeptische Stimmen zu hören.
Die Aktienstruktur von SpaceX wurde im Zuge des Börsengangs zwar vereinfacht, bleibt aber nicht wirklich attraktiv. An der Börse gehandelt werden nur die Class-A-Aktien mit einfachem Stimmrecht. Die Class-B-Aktien mit zehnfachem Stimmrecht sichern Elon Musk die absolute Kontrolle, denn diese befinden sich weiterhin zu über 90 Prozent in seinem Besitz. Im Ergebnis kontrolliert Musk, obwohl er jetzt weniger als die Hälfte des Kapitals hält, über 80 Prozent aller Stimmrechte. Die Verteilung der Stimmrechte weicht damit erheblich von den Kapitalanteilen ab.
Musk kann auf Hauptversammlungen von anderen Aktionären niemals überstimmt oder als Chef abgesetzt werden. Für eine solche sogenannte Controlled Company gelten an der Nasdaq erleichterte Corporate-Governance-Vorschriften, insbesondere hinsichtlich der unabhängigen Kontrolle des Managements. Musk hat die absolute Kontrolle über SpaceX auffällig langfristig und stark abgesichert. Verkaufen andere Insider ihre Class-B-Aktien an Außenstehende, wandeln sich diese automatisch in stimmrechtsarme Class-A-Aktien um. Neue Class-B-Aktien dürfen, solange dies nach den Emissionsbedingungen vorgesehen ist, nur an Musk selbst ausgegeben werden, beispielsweise im Zuge von Boni.
Erreicht SpaceX Unternehmensziele, kann Musk über solche Aktien-Boni seinen Anteil am Unternehmen erhöhen, ohne selbst einen Cent frischen Geldes zahlen zu müssen. Die Ausgabe zusätzlicher Aktien kann zu einer Verwässerung der Anteile der übrigen Aktionäre führen. Eine Besonderheit im Börsenprospekt von SpaceX ist auch das Verbot von Aktionärs-Sammelklagen. Zu denken geben sollte Anlegern ferner, dass trotz des größten Börsengangs der Geschichte mit 85,7 Mrd. US-Dollar Einnahmen schon eine Anleiheplatzierung im Volumen von mindestens 20 Mrd. US-Dollar vorbereitet wird.
Diese Rahmenbedingungen deuten darauf hin, dass das günstige Marktumfeld für den Börsengang gezielt genutzt wurde, um von Anlegern viel Geld für die persönlichen Visionen von Elon Musk einzusammeln. Das Erreichen der Gewinnschwelle steht für den Konzern jedoch in den Sternen. Vor diesem Hintergrund blieben viele aktive Fondsmanager zunächst zurückhaltend. Vorsicht ist bei manchen passiven Index-ETFs geboten, in denen SpaceX voraussichtlich rasch ein höheres Gewicht erhalten wird.
Quelle
Sie möchten eine unabhängige Geldanlage, die nur zu Ihnen passt?
Fragen Sie uns — wir eröffnen Ihnen alle Möglichkeiten
kontakt@sommese.de
LinkedIn
+49 6131 45868
Vermögen
sicher
klug
aufbauen