von
Sommese & Kollegen
Strategie
Anlagestrategie Trends und Märkte
10.02.2026
Insofern hat sich die Wahrscheinlichkeit für ein gutes Aktienjahr 2026 bereits erhöht – zumindest laut diesem statistischen Zusammenhang der letzten 75 Jahre. Zwar gingen die meisten Aktienindizes nach Rekordwerten in der Monatsmitte etwas zurück, aber für den Januar verblieben Zuwächse, die auf ein gutes Jahr hoffen lassen: Der Dow Jones beendete den Januar mit einem Plus von 1,7 Prozent, der Nasdaq-100-Index legte um 1,2 Prozent zu.
Die Weltleitbörsen in New York haben beste Aussichten, auch 2026 zumindest die Richtung vorzugeben. Um die Chancen seiner Partei bei den Zwischenwahlen in diesem Jahr zu erhöhen, dürfte das Trump-Regime mit höheren Staatsausgaben und Steuersenkungen das Wachstum der US-Wirtschaft unterstützen und den privaten Konsum stimulieren.
Dass damit die ohnehin schwindelerregend hohe US-Staatsverschuldung noch schneller steigt, macht allerdings Kapitalmarktexperten zunehmend Sorgen. Bert Flossbach, Gründer und Kopf des erfolgreichen Vermögensverwalters Flossbach von Storch, erklärte auf dem diesjährigen FondsKongress in Mannheim, er sehe bei den US-Schulden den sprichwörtlichen Point of no Return überschritten. Um den Schuldenberg längerfristig bedienen zu können, müsse man mit Maßnahmen der Finanzrepression rechnen. Diese könnten etwa darin bestehen, auf US-Staatsanleihen Zinsen unterhalb der Inflation zu zahlen.
Beim Blick auf die Unternehmen nennen Fondsmanager weiterhin Künstliche Intelligenz (KI) als eines der wichtigsten Themen. Die großen IT-Konzerne planen Investitionen in Höhe von fast einer halben Billion US-Dollar für den Aufbau leistungsfähiger Rechenzentren. Schon im vergangenen Jahr kamen Sorgen auf, die hohen Investitionen könnten sich nicht amortisieren. Profiteure könnten zunächst die Unternehmen sein, die die Infrastruktur und die Stromversorgung der Rechenzentren bereitstellen.
Immerhin signalisieren Nebenwerte-Indizes wie der Russell-2000 mit ihrem guten Start ins neue Jahr, dass sich der Kursaufschwung nicht nur auf die wenigen großen Tech-Konzerne stützt, sondern am US-Aktienmarkt an Breite gewonnen hat.
Dass der Euro-STOXX-50 im Januar mit plus 2,7 Prozent besser als die meisten US-Aktienindizes abschnitt, werten manche Fondsmanager als Hinweis auf die besseren Chancen an den europäischen Aktienmärkten. Dies müsste dann umso mehr für die japanische Börse gelten, wo der Nikkei-225-Index den Januar mit einem Anstieg um 5,9 Prozent beendete. Europa und Asien punkten mit attraktiven Bewertungen.
Tatsächlich sehen das viele Fondsmanager ähnlich. Mit Blick auf die Bewertungsrelationen erscheinen ihnen US-Aktien insgesamt eher teuer und das Chance-Risiko-Verhältnis in anderen Regionen der Welt besser. So erklärte der scheidende Chef-Fondsmanager der Deutsche Bank Investmentgesellschaft DWS, Klaus Kaldemorgen, auf dem Fondskongress in Mannheim: »Es wird klar, dass die Welt zu viel US-Assets hält.« Kaldemorgen plädiert für eine breitere Diversifizierung – vor allem zugunsten der asiatischen Aktienmärkte. Aber auch in Europa ist die Bewertung der Aktienmärkte grundsätzlich attraktiv. »Ein bisschen Optimismus für Europa macht Sinn«, erklärte beispielsweise bei gleicher Gelegenheit Dr. Jens Ehrhardt, ebenfalls einer der renommiertesten und dienstältesten deutschen Fondsmanager.
US-Präsident Trump bleibt eine Quelle von Unsicherheit. Seine chaotische Zollpolitik und direkte Markteingriffe, etwa die Deckelung von Kreditkartenzinsen, behindern vor allem US-Unternehmen. Auch vor diesem Hintergrund raten andere Fondsmanager dazu, sich nicht an der hohen Gewichtung von US-Wertpapieren in den globalen Indizes zu orientieren, sondern stärker international zu diversifizieren.
Dabei sollten Anleger nach Meinung vieler Kapitalmarktexperten insbesondere auch die altbekannten Emerging Markets berücksichtigen. Die Börsen der Schwellenländer sind aussichtsreich in das neue Jahr gestartet. Die volkswirtschaftlichen Daten vieler Schwellenländer haben sich weiter verbessert. Die tendenziell sinkenden Leitzinsen in den USA und der damit schwächere US-Dollar begünstigen Emerging Markets. Für Anleiheinvestoren werden Papiere in den lokalen Währungen zunehmend attraktiver.
Bei den attraktiven Branchen wird häufiger der Pharmasektor genannt. Er hat weiteres Aufholpotenzial, zumal neue Medikamente und Übernahmeaktivitäten für Kursfantasie sorgen könnten.

Anstieg des Dow-Jones-Index im Januar stärkt Optimismus für das Börsenjahr 2026
Quelle: https://www.finanzen.net/index/dow_jones/historisch | DRESCHER & CIE AG, 03.02.2026
Ein Thema werden Industrie- und Edelmetalle bleiben. Zum einen werden Metalle wie Silber und Kupfer verstärkt industriell nachgefragt, zum anderen erfreute sich auch Gold angesichts der Sorgen um den US-Dollar und US-Staatsanleihen eines rasanten Preisanstiegs. Zwar löste die Nominierung von Kevin Warsh zum nächsten Fed-Präsidenten Ende Januar eine weitreichende Korrektur der Edelmetallpreise aus, doch Aktien von Unternehmen aus der Rohstoff- und Grundstoffbranche bleiben interessant. Dr. Jens Ehrhardt rät, bei Gold-Aktien investiert zu bleiben, »weil die Wenigsten kapiert haben, wie hoch die Gewinnhebel sind.« Auch Bert Flossbach sieht Gründe, an Gold-Investments festzuhalten. Und Klaus Kaldemorgen erinnert daran, dass »eine wichtige Gruppe von Goldkäufern wohl nicht verkaufen wird – die Notenbanken.«
Quelle
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