von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Volatile Märkte
08.06.2026
Entsprechend enttäuscht reagierten die Aktienmärkte schließlich auf den weitestgehend ergebnislosen Gipfel. Die für die Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus blieb faktisch blockiert.
Unterstützung erhielten die Aktienkurse von den Geschäftsergebnissen des ersten Kalenderquartals. Vor allem US-Unternehmen konnten ihre Gewinne gegenüber dem Vorjahresquartal nochmals deutlich steigern. Bei Einzelaktien sorgten Überraschungen bei den Quartalsergebnissen für stärkere Kursbewegungen: in die positive Richtung unter anderem bei Alphabet, Apple, Qualcomm, Caterpillar und Eli Lilly und in negativer Hinsicht bei Meta und Amazon. Ein Kurstreiber blieb das Mega-Thema Künstliche Intelligenz (KI). Insbesondere die Aktien von Halbleiterherstellern erwiesen sich als Zugpferde der Börsen. Der wertvollste Konzern der Welt, Chip-Designer Nvidia, zeigte bei Umsatz und Gewinn im ersten Quartal abermals hohe Zuwächse. Der Aktienkurs litt allerdings nach einem neuen Rekordhoch unter Gewinnmitnahmen.
Die Konjunkturdaten fielen im Mai eher durchwachsen aus. Insgesamt blieb die Stimmung in der Wirtschaft angesichts der gestörten Versorgung aus der Golf-Region erstaunlich gut. Die Einkaufsmanagerindizes, die als Frühindikator für die Konjunkturentwicklung gelten, verbesserten sich in allen wichtigen Regionen der Welt. Eingetrübt zeigte sich das Bild eher bei den privaten Haushalten, deren Konsumspielraum durch die steigenden Preise eingeschränkt wird.

Tech-Aktien sorgen für Höhenflug beim Nasdaq-100
Quelle: Finanzen.net | DRESCHER & CIE AG, 27.05.2026
Getragen von den hoch gewichteten Tech-Aktien erreichten alle wichtigen US-Aktienindizes und Weltaktienindizes im Mai neue Rekordwerte. Der Dow Jones übertraf seinen alten Rekord aus dem Februar und stellte mit 50.830 Punkten eine neue Höchstmarke auf. Der S&P 500 Index, der schon im April auf neue Rekorde gestiegen war, kletterte im Mai erstmals über 7.500 Zähler. Und der Nasdaq-100 stieg kurz vor dem Monatsende erstmals auf gut 30.000 Punkte. Dies ist gegenüber dem zwei Monate zuvor markierten Jahrestief ein Anstieg um gut 31 Prozent.
Auch die japanischen, südkoreanischen und taiwanesischen Aktienmärkte setzten ihre Rekordjagd fort. Der Nikkei-225-Index in Tokio stieg erstmals über 65.000 Punkte, was gegenüber dem Jahresbeginn einen Anstieg von über 30 Prozent bedeutet. Auch an den Börsen von Südkorea und Taiwan waren es vor allem die Aktien der Mikrochip-Hersteller, die für einen Höhenflug sorgten. Die Werte Samsung Electronics und TSMC sind die jeweils höchstgewichteten Werte in den dortigen Aktienindizes.

Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreicht Höchstmarke
Quelle: investing.com | DRESCHER & CIE AG, 27.05.2026
Auch in Europa verzeichneten Aktien aus der Halbleiter-Branche hohe Kursgewinne, darunter der niederländische Chip-Produktionsanlagenbauer ASML und der deutsche Chiphersteller Infineon. Der Euro-Stoxx-50-Index näherte sich mit rund 6.100 Punkten wieder seinem Rekordhoch von Ende März. Auch der DAX erholte sich bis in die Nähe seiner im ersten Quartal aufgestellten Rekordwerte über 25.000 Zähler. Wie von den Märkten erwartet, änderten weder die US-Notenbank Fed noch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen. Unterdessen bestätigte der Bankenausschuss des US-Senats denkbar knapp mit 13 zu 11 Stimmen Präsident Trumps Kandidaten Kevin Warsh für die Nachfolge des scheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell, der dem Fed-Vorstand aber weiter angehören will.
An den Anleihemärkten überwogen anders als an den Aktienmärkten die Kursverluste. Die Folgen des Irankriegs haben die Ängste vor Inflation und möglichen Zinserhöhungen neu entfacht. Die Kurse von Anleihen fielen deutlich. Im Gegenzug stiegen die Renditen der festverzinslichen Wertpapiere auf langjährige Höchststände. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen erreichten mit knapp 3,2 Prozent das höchste Niveau seit 15 Jahren und in den USA stiegen 30-jährige Anleihen wieder über fünf Prozent. Britische Staatsanleihen standen wegen der Regierungskrise besonders unter Druck und rentierten erstmals wieder mit mehr als 5,1 Prozent – der Höchstmarke aus den Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2008.
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