von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Volatile Märkte
06.01.2025
Allerdings verflog an der Wallstreet die Euphorie, nachdem man sich dort im November über den klaren Wahlsieg der Republikaner mit ihrem Kandidaten Donald Trump gefreut hatte. Den im Wahlkampf versprochenen Steuersenkungen und Deregulierungen für Unternehmen steht das Risiko einer wieder höheren Inflation gegenüber.
Die Nominierung des Hedgefonds-Manager Scott Bessent zum künftigen US-Finanzminister wurde an der Wallstreet positiv aufgenommen. Das hohe Kursniveau lieferte zugleich ein Anlass für Gewinnmitnahmen. Unter den Magnificent-Seven-Aktien profitierte die Tesla-Aktie weiterhin von der Nähe des Tesla-Chefs Elon Musk zum designierten US-Präsidenten Donald Trump und erreichte neue Rekordhöhen. Beim KI-Chip-Hersteller Nvidia überwogen dagegen Gewinnmitnahmen. Die Gunst der Nasdaq-Investoren wandte sich dem Chipkonzern Broadcom zu, dessen Aktie von guten Geschäftszahlen und einem zuversichtlichen Ausblick profitierte.
Nachdem die meisten US-Aktienindizes den November in der Nähe neu erreichter Rekordstände beenden konnten, schwächte sich der Kursaufschwung im Dezember spürbar ab. Nach einem neuen Rekord knapp über 45.000 Zählern rutschte der Dow Jones um über fünf Prozent auf 42.300 Punkte ab. Auch dem S&P 500 Index ging die Kraft aus.
Nach einem neuen Rekordwert bei 6.100 Zählern löste die US-Notenbank Federal Reserve einen Rückgang aus, als ihr Präsident die Erwartung der Leitzinssenkungen im kommenden Jahr deutlich dämpfte. Statt der vorher eingepreisten mindestens vier Zinsschritte geht man nun nur von zwei Zinssenkungen um je 25 Basispunkte aus. Damit läge die Fed Funds Rate, der US-amerikanische Leitzins, in einem Jahr nur einen halben Prozentpunkt tiefer als jetzt.
Die von großen Technologie-Aktien geprägten Nasdaq-Indizes setzten ihren Anstieg im Dezember zunächst fort. So erreichte der Nasdaq-100 mit 22.133 Punkten einen neuen Höchststand, bevor auch hier die Notenbank die Stimmung verdarb. Dabei fiel der Nasdaq-100 auf rund 21.200 Zähler zurück, womit die Kursgewinne seit Anfang Dezember weitgehend verloren gingen. Seit Jahresbeginn vermag das den Erfolg aber kaum zu mindern, denn der Anstieg liegt kurz vor Weihnachten bei rund 27 Prozent.

Höchststand und Kursverluste beim Nasdaq-100
Quelle: Finanzen.net / DRESCHER & CIE AG, 19.12.2024
Von solchen Zuwächsen sind die meisten Aktienmärkte außerhalb der USA weit entfernt. Zwar profitierten auch die europäischen Aktien in der ersten Dezemberwoche von Mittelzuflüssen, der Anstieg des EURO STOXX 50 auf 5.000 Punkte bedeutete aber keine neuen Rekorde, sondern nur eine Erholung von den Kursverlusten der Wochen zuvor. Oberhalb von 5.000 Indexpunkten ging dem Leitindex der Eurozone in diesem Jahr wiederholt die Kraft aus.
Das Jahreshoch bei 5.122 Zählern stammt aus dem April. Anders als die USA darf die Eurozone 2025 stärkere Unterstützung durch Leitzinssenkungen erwarten. Dem stehen jedoch eine schwächere Konjunktur und die Unsicherheit über die Entwicklung der internationalen Beziehungen gegenüber.
Ähnliches gilt für Asien. Der japanische Nikkei 225 Index blieb im Dezember in der engen Handelsspanne der Vormonate zwischen gut 40.000 Punkten und gut 37.600 Zählern als Unterstützung. In Japan hofft man auf auskömmliche Beziehungen zu den USA unter Präsident Trump. Stärker unter dessen Zollpolitik dürfte China leiden, zumal dort hausgemachte Probleme wie die verschleppte Immobilienkrise die Volkswirtschaft weiter belasten. Ein Erholungsversuch des Hongkonger Hang Seng Index reichte wie schon im November nur bis knapp über 21.000 Punkte.

Erholungsversuch des Hang Seng stoppt bei 21.000 Punkten
Quelle: Finanzen.net / DRESCHER & CIE AG, 19.12.2024
An den Devisenmärkten lieferte die Aussicht auf weniger fallende US-Zinsen einen Grund für einen Anstieg des US-Dollars. Mit nur noch 1,035 US-Dollar für einen Euro macht die Währung einen Versuch, aus der seit Anfang 2023 gültigen Bandbreite auszubrechen. Weil der daraus folgende größere Zinsvorteil auch mittelfristig für den US-Dollar spricht, könnte aus der noch jungen Bewegung ein Trend werden, der das Euro-Dollar-Verhältnis erstmals seit 2022 wieder zur Eins-zu-eins-Parität und darüber hinaus führt. Auch an den Edelmetallmärkten zeigte die Ankündigung verlangsamter US-Zinssenkungen Wirkung.
Der Goldpreis rutschte unter 2.600 US-Dollar pro Unze, den tiefsten Stand seit Mitte November. Zum einen verteuert ein steigender US-Dollar aus Sicht anderer Währungen Gold, das international gegen US-Dollar gehandelt wird. Zum anderen sind verzinsliche Anlagen umso attraktiver gegenüber dem zinslosen Gold, je höher die Zinsen bleiben.
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