von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Volatile Märkte
13.07.2026
Schließlich wurde ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran unterzeichnet, um eine friedliche Lösung zu finden. Mit einem fallenden Ölpreis würde der steigenden Inflation der größte Antrieb genommen und die Notwendigkeit von Zinserhöhungen würde kleiner. Nach dem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran Anfang März war der Ölpreis von rund 70 US-Dollar pro Barrel auf ein Niveau von 90 bis 120 US-Dollar gestiegen. Erst mit der Aussicht auf das Rahmenabkommen Mitte Juni setzte wieder eine Abwärtsbewegung ein.
Der Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) lieferte weiterhin Gründe für Kursveränderungen an den Aktienmärkten. Als Gewinner der Entwicklung erwiesen sich vor allem die Hersteller von Mikrochips, insbesondere von Speicherchips. Die Aktien vieler Software-Hersteller standen dagegen weiterhin unter Druck, weil sich nach Meinung der Marktteilnehmer deren Geschäftsmodelle ändern müssen. Die Meinungen darüber, wie schnell und wie weitreichend diese Veränderungen ausfallen sollen, gehen allerdings weit auseinander.
Zwischenzeitlich schürten in den USA Arbeitsmarktdaten und die auf 4,2 Prozent gestiegene Inflationsrate Sorgen vor steigenden Zinsen. Trump irritierte zudem mit der Aussage, die Zahlen seien großartig, er liebe die Inflation. Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank tagte erstmals unter Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Die Leitzinsen wurden nicht geändert. Allerdings wurden die Märkte auf eine mögliche Leitzinsanhebung im weiteren Jahresverlauf vorbereitet. Befürchtungen, die Fed könnte sich unter Warsh dem Druck von Trump beugen, die Zinsen zu senken, wurden zunächst entkräftet. Auch die Bank of England (BoE) beließ ihre Leitzinsen trotz einer Inflationsrate oberhalb ihrer Zielgröße erwartungsgemäß noch unverändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte dagegen bereits in Reaktion auf die auch im Euroraum gestiegene Inflation ihre Leitzinssätze um je 25 Basispunkte.
Der gelungene Börsengang von SpaceX wurde positiv aufgenommen. Der Konzern, in dem Elon Musk das Raumfahrt-, Satelliten- und das im Aufbau befindliche KI-Geschäft bündelt, warb von neuen Aktionären 75 Mrd. US-Dollar ein – der höchste Emissionserlös eines Börsengangs in der Geschichte der Kapitalmärkte. Die Rekordjagd bei Technologieaktien wurde im Juni dagegen mehrfach ausgebremst. Der Nasdaq-Composite-Index markierte Anfang des Monats mit 27.190 Punkten ein Rekordhoch und fiel im Monatsverlauf wieder Richtung 25.000 Zähler zurück. Auch der Nasdaq-100-Index und der S&P 500 blieben unter ihren Rekorden aus den ersten Junitagen bei 30.762 bzw. 7.620 Punkten. Die im geringeren Maße von Technologie-Aktien geprägten europäischen Aktienmärkte erlebten im Monatsverlauf weniger Gewinnmitnahmen. So konnte der europäische Leitindex EURO STOXX 50 in der zweiten Junihälfte ein neues Rekordhoch bei 6.337 Zählern erreichen. Der Deutsche Aktienindex DAX blieb dagegen in seiner seit rund einem Jahr anhaltenden Seitwärtsbewegung zwischen 24.000 und 25.500 Punkten. Gebremst wurde der DAX weiterhin vom Schwergewicht SAP. Die Aktie des Softwarekonzerns rutschte wegen der anhaltenden Sorgen um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf den tiefsten Wert seit 2023.

Nikkei-225-Index bleibt auf Rekordjagd
Quelle: Finanzen.net | DRESCHER & CIE AG, 26.06.2026
Von der Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus profitierten besonders asiatische Märkte. Der japanische Nikkei-225-Index setzte seine Rekordjagd fort – erstmals auf mehr als 72.500 Punkte. Aufgrund der hohen Kursschwankungen der großen Speicherchiphersteller verzeichneten auch die Aktienindizes in Südkorea und Taiwan ein starkes Auf und Ab, legten letztlich jedoch ebenfalls zu.

Fallende Tendenz: EUR-USD-Wechselkurs
Quelle: Finanzen.net | DRESCHER & CIE AG, 26.06.2026
Die Anleihemärkte erholten sich mit den Hoffnungen auf eine Öffnung der Straße von Hormus von den bis Mitte Mai entstandenen Kursverlusten. Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit pendelte um die Marke von 4,5 Prozent, nachdem im Mai ein Mehrjahreshoch bei 4,69 Prozent erreicht worden war.
Quelle
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