von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Kapitalmärkte
08.06.2024
Bessere Konjunkturdaten aus China und ein zumindest etwas abkühlender US-Arbeitsmarkt boten den Kapitalmärkten ein positives Umfeld, da hierdurch Zinssenkungshoffnungen wieder auflebten. Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA bestärkten diese. Fallende Zinsen bei weiter steigenden Unternehmensgewinnen — das wäre das bestmögliche Szenario für Aktien.
Alle wichtigen US-Aktienindizes erreichten neue Rekordhochs. Der Dow Jones stieg im Mai erstmals in seiner Geschichte über 40.000 Punkte. Auch der repräsentativere, weil 500 statt nur 30 Aktien umfassende S&P-500-Index erreichte neue Rekordhöhen bei gut 5.300 Zählern.
Die Kurse am US-Aktienmarkt wurden vor allem von Quartalsberichten der Unternehmen bewegt, was in Einzelfällen weiterhin zu starken Kursbewegungen führte. Negativ und mit entsprechenden Kursverlusten reagierten die Anleger unter anderem bei Meta Platforms (Facebook), Caterpillar und IBM, positiv und somit mit Kursgewinnen bei Alphabet, Microsoft und Nvidia. Die letztgenannten Indexschwergewichte verhalfen auch der Nasdaq-Börse zu neuen Rekorden. Der Nasdaq-100-Index kletterte erstmals über 18.900 Punkte.
Von den Zinssenkungserwartungen und den guten Vorgaben der Leitbörsen in New York profitierten die Aktienmärkte weltweit. In Europa blieb das Aufwärtsmomentum allerdings geringer. Der Euro-STOXX-50 wurde zudem von der Dividendensaison gebremst, denn bei dem Kursindex führen Dividendenzahlungen zu entsprechenden Abschlägen. Der Leitindex der Eurozone notierte zwischen 5.000 und 5.100 Punkten, einem Niveau, das er bereits in der zweiten Märzhälfte erreicht hatte. Der DAX als Performanceindex rechnet dagegen ausgeschüttete Gewinne ein, was im Mai neue Rekorde erlaubte: 18.892,9 Zähler im Handelsverlauf und 18.869,4 Punkte auf Basis der Xetra-Tagesschlusskurse sind die neuen Höchststände.

40.000 Punkte als neuer Höchststand beim Dow Jones
Quelle: Morningstar Direct / DRESCHER & CIE AG / 27.05.2024
Noch weniger konnte der japanische Aktienmarkt an seine gute Entwicklung aus den ersten Monaten dieses Jahres anknüpfen. Der Nikkei-225-Index blieb im Mai in der Bandbreite von 38.000 bis 39.100 Zählern und damit unterhalb der Rekordhöhen aus dem März bei fast 40.900 Punkten. Allerdings hatte die japanische Aktienbörse bis dahin starke Kursgewinne verzeichnet. In Japan beginnen die Geschäftsjahre der Unternehmen traditionell mit dem April, sodass die relative Schwäche auch mit einem zurückhaltenden Start in den neuen Abrechnungszeitraum erklärt werden kann.
Der bis Ende April überraschend schwache japanische Yen erlebte Anfang Mai einen Erholungssprung, bis er schließlich im Verlauf des Monats wieder zurückfiel. Mit ungefähr 157 Yen für einen US-Dollar steht die japanische Währung nahe ihrem tiefsten Wert seit über 30 Jahren.
Bei den Emerging Markets galt die Aufmerksamkeit vor allem den chinesischen Börsen. Nach zwei Jahren mit hohen Kursverlusten setzte sich die im Februar begonnene Kurserholung im Mai fort. Der Hang Seng Index in Hongkong kletterte in einer Rallye von unter 17.000 Punkte auf gut 19.600 Zähler und erreichte damit wieder das Kursniveau vom Sommer vergangenen Jahres.
Gemessen an den betriebswirtschaftlichen Daten gelten viele chinesische Aktien als preiswert. Grund dafür ist eine Zurückhaltung der Investoren wegen der politischen Rahmenbedingungen. Angesichts des aggressiven Auftretens der Volksrepublik gegenüber ihren Nachbarländern verhängten die USA Sanktionen im Bereich der Hochtechnologie. Zudem droht ein eskalierender Streit um Schutzzölle.
Diese Risiken hatten bereits zu Umschichtungen von Investoren nach Indien geführt. Der dortige Aktienmarkt nahm nach den hohen Kursgewinnen 2023 in den ersten Monaten von 2024 zunächst eine abwartende Haltung ein. Zuletzt konnte der Sensex Leitindex der Börse Bombay jedoch einen neuen Rekord oberhalb von 75.000 Zählern erreichen.
An den Anleihemärkten hatten die mehrfach verschobenen Leitzinssenkungen der US-Notenbank bis April für Kursverluste gesorgt. Mit der zurückkehrenden Zuversicht, dass Leitzinssenkungen nur eine Frage der Zeit sein dürften, erholten sich die Rentenmärkte im Mai. So sank die Rendite der wegweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen, die im April mit gut 4,7 Prozent den höchsten Wert seit November erreicht hatte, auf rund 4,4 Prozent. Weniger Kursgewinne gab es bei europäischen Staatsanleihen. So blieb die Rendite von deutschen Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit in der Nähe von 2,5 Prozent.
Der Goldpreis setzte nach einer zweiwöchigen Konsolidierung seinen Anstieg zunächst fort und markierte mit 2.450 US-Dollar pro Unze ein neues Rekordhoch, wobei der Anstieg zuletzt aber deutlich schwächer ausfiel als beim Silber- und beim Kupferpreis.
Der Preis für eine Unze Silber stieg erstmals seit 2013 wieder über 30 US-Dollar. Und der Kupferpreis erreichte wieder das Rekordniveau, das er bei dem Aufschwung der Weltwirtschaft 2021 erreicht hatte.
Quelle
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