von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Volatile Märkte
08.12.2025
Die Stimmung an den Weltleitbörsen in New York stützte sich zunächst auf eine zwar noch wage laut US-Präsident Trump aber großartige Einigung im Zollstreit mit China und die zweite Leitzinssenkung der US-Notenbank in diesem Jahr. Der Zinsschritt Ende Oktober von 25 Basispunkten auf die Bandbreite 3,75 bis 4,00 Prozent war allerdings allgemein erwartet worden. Die Quartalsberichte der US-Tech-Konzerne Microsoft, Amazon und Apple wurden mit neuen Rekordkursen für deren Aktien honoriert. Im Kreis der Mag-7-Aktien fiel Meta negativ auf, weil die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) Anleger verschreckten.
Nach den Nasdaq-Rekorden in den letzten Oktobertagen trübte sich die Stimmung an den Aktienbörsen im November ein – nicht zuletzt wegen der Sorgen um eine mögliche KI-Blase. Die hohe Bewertung von Technologieaktien wurde zunehmend hinterfragt, insbesondere die weiteren Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI).
Obwohl die Berichtssaison für die US-Unternehmen ein durchschnittliches Ergebniswachstum von rund 15 Prozent zeigte, setzten Gewinnmitnahmen ein. Nvidia hatte seinen Börsenwert Ende Oktober vorübergehend auf über 5 US-Billionen Dollar steigern können. Die mit Nervosität erwarteten Quartalsergebnisse des KI-Chip-Herstellers übertrafen dann nochmals die schon hohen Erwartungen, was mit Erleichterung aufgenommen wurde, allerdings keine neuen Kursgewinne mehr begründen konnte.
Auch eine Übergangslösung für den US-Staatshaushalt, der den bislang längsten Stillstand der US-Bundeseinrichtungen (Shutdown) beendete, wurde positiv aufgenommen. Als Belastungsfaktor erwies sich im Monatsverlauf die kleiner werdende Erwartung einer weiteren Zinssenkung durch die Fed noch in diesem Jahr, nachdem sich verschiedene Mitglieder der US-Notenbank zurückhaltend geäußert hatten.
Die Unsicherheit unter Anlegern über die Lage der US-Wirtschaft und die Geldpolitik der Notenbank erhöhte die Risikoaversion und löste weitere Kursverluste aus. Am US-Aktienmarkt kam es zu Umschichtungen von Tech-Aktien in Werte der Old Economy.
Der Dow Jones, der im Verlauf des Novembers einen neuen Rekordstand bei 48.431,6 Zählern erreicht hatte, fand bei rund 45.750 Punkten Unterstützung. Der Nasdaq-100-Index konnte seinen Rekordstand von Ende Oktober bei 26.182 Punkten dagegen im November nicht mehr übertreffen und fiel vorübergehend knapp unter 24.000 Zähler und damit unter sein Oktober-Tief.

Rückschläge beim Nasdaq-100 nach dem Oktoberhoch
Quelle: https://www.finanzen.net/index/nasdaq_100/historisch, DRESCHER & CIE AG, 25.11.2025
Die europäischen Aktienmärkte konnten sich nicht von der Entwicklung an den Leitbörsen in New York abkoppeln. Nachdem der Euro-STOXX-50 ähnlich dem Dow Jones im Monatsverlauf ein neues Rekordhoch erreicht hatte, in diesem Fall bei 5.818 Zählern, fielen die Aktienmärkte in die Nähe ihrer Oktober-Tiefs zurück.
Der Deutsche Aktienindex DAX verlor mehr, weil die dort hoch gewichtete SAP-Aktie ihren Abwärtstrend fortsetzte, nachdem der größte europäische Software-Hersteller seine Erwartungen an das Cloud-Geschäft reduziert hatte. Der DAX fiel vorübergehend knapp unter 23.000 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Mai. Der Rekordwert war im Oktober bei 24.771 Zählern markiert worden.
Besser halten konnte sich der japanische Aktienmarkt. Er profitierte davon, dass sich der japanische Yen noch schwächer zeigte als der US-Dollar, was die Exporte begünstigt. Auch in Tokio gingen von den Quartalsberichten überwiegend positive Impulse aus, so von Hitachi und Fujitsu.
Der Nikkei-225-Index konnte trotzdem das zum Monatswechsel erreichte Rekordhoch von 52.321 Punkten im November nicht halten und gab rund die Hälfte der im Oktober gemachten Gewinne wieder ab. Für ausländische Investoren in japanischen Aktien kommen noch Währungsverluste hinzu, denn der US-Dollar stieg erstmals seit Januar auf 157 Yen.
Der Wechselkurs Euro gegen US-Dollar blieb dagegen in einer recht engen Handelsspanne zwischen knapp 1,15 und gut 1,16 Dollar pro Euro.
Der Goldpreis, der bis Mitte Oktober rasant gestiegen war und in der zweiten Oktoberhälfte eine Preiskorrektur erlebt hatte, stabilisierte sich im November zwischen 4.000 und 4.200 US-Dollar pro Unze. Der Silberpreis unternahm einen Anlauf auf das Rekordhoch.

Währungsverluste bei japanischen Aktien durch starken US-Dollar
Quelle: https://www.finanzen.net/devisen/us_dollar-yen-kurs#historisch, DRESCHER & CIE AG, 25.11.2025
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