von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
US-Markt Edelmetalle
08.10.2025
In Einzelfällen erhöhte Trump aus persönlicher Verärgerung die Zölle, so gegenüber gegen Brasilien und Indien. China drohte er, den Handel zwischen den zwei weltgrößten Volkswirtschaften mit Zöllen von 200 Prozent praktisch zum Erliegen zu bringen, was die Sorgen um Handelskonflikte nicht verstummen ließ. Allerdings dürfte gerade in diesem Fall die Verhandlungsposition der USA aufgrund von Abhängigkeiten eher schwach sein.
Es zeichnet sich ab, dass weder die Sparmaßnahmen der Trump-Administration noch die Zolleinnahmen das versprochene Ausmaß erreichen, sodass die ohnehin hohe Staatsverschuldung der USA unter Trump noch schneller als zuvor wachsen dürfte. Sorgen um ausufernde Staatsschulden belasteten zeitweise die Kapitalmärkte und strahlten von den Renten- auf die Aktienmärkte aus.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die bis Mitte September auf 4,0 Prozent gesunken war, stieg in der zweiten Monatshälfte wieder Richtung 4,2 Prozent. In Europa rückte zunehmend das hoch verschuldete Frankreich in den Fokus. Die dortige Budget- und Regierungskrise belastete zeitweise vor allem französische Aktien, insbesondere Finanzwerte. Für die Wall Street und globale Investoren blieb die US-Notenbank wichtiger.
US-Präsident Trump versuchte die Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook ihres Amtes zu entheben. Dazu verbreitete er den Vorwurf von Falschangaben bei einem Kreditantrag. Ironie der Geschichte: Trump selber ist wegen fortgesetzter und vielfacher Falschangaben bei Krediten ein rechtskräftig verurteilter Betrüger. Die Abberufung von Cook durch Trump wurde von einem Gericht als illegal eingestuft und verhindert. Allerdings gelang es Trump, einen seiner Gefolgsleute, Stephen Miran, in den entscheidenden Offen-Markt-Ausschuss (FOMC) zu berufen. Dieser forderte dort umgehend die Senkung der Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt, wurde aber von allen anderen FOMC-Mitgliedern überstimmt.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) senkte ihren Leitzins deshalb wie mehrheitlich erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf die Spanne von 4,0 bis 4,25 Prozent. Damit reagiert sie auf die zunehmende Schwäche am amerikanischen Arbeitsmarkt. Weitere Leitzinssenkungen gelten als wahrscheinlich.
Längerfristige Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank, die nicht den Anweisungen der Regierung unterworfen sein soll, traten gegenüber den kurzfristigen positiven Wirkungen der Leitzinssenkungen in den Hintergrund. Niedrigere Zinsen begünstigen die Bewertung von Aktien, insbesondere von Wachstumswerten, bei denen die großen Gewinne in fernerer Zukunft erwartet werden.
Zwischenzeitlich verlor das Boom-Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) an Zugkraft. Als der KI-Chiphersteller Nvidia hohe Umsatz- und Gewinnzuwächse bekannt gab, löste das statt weiterer Kursgewinne einen Kursrückgang aus. Dass Nvidia aber bis zu 100 Milliarden US-Dollar in den ChatGPT-Entwickler OpenAI investieren will, befeuerte die KI-Euphorie wieder. Die Nvidia-Aktie erreichte ein neues Rekordhoch. Insbesondere die Nasdaq-Indizes profitierten von der Kurserholung der Apple-Aktie und der zunächst fortgesetzten Rekordjagd bei Alphabet. Der Nasdaq-100 kletterte bis auf 24.782 Zähler. Auch alle wichtigen US-Standardwerte-Indizes sowie der führende Nebenwerte-Index Russell 2000 erreichten im September neue Rekordhöchststände.

Entwicklung der US-Leitzinsen im Drei-Jahres-Zeitraum
Quelle: leitzinsen.info/eurozone.htm, DRESCHER & CIE AG, 29.09.2025
An den europäischen Aktienmärkten setzte sich dagegen die seit Monaten anhaltende Seitwärtsbewegung fort. Zunehmende Störmanöver, Sabotageakte und Provokationen durch Russland erinnerten an die Gefahr einer Ausweitung des russischen Angriffskriegs auf NATO-Gebiet. Der Euro Stoxx 50 blieb in der seit Mai gültigen Bandbreite zwischen rund 5.200 und gut 5.500 Punkten.
Beim Deutschen Aktienindex DAX verengte sich die Bandbreite der Bewegung im September auf den Raum zwischen knapp 23.300 und 24.000 Zählern. Die gute Stimmung für Technologieaktien an der Wall Street strahlte auch in Richtung der asiatischen Börsen, wo beispielsweise Chiphersteller profitierten.
Am japanischen Aktienmarkt kam nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Shigeru Ishiba die Erwartung dazu, dass sein Nachfolger eine wirtschaftsfreundlichere Politik umsetzen könnte. Der Nikkei-225-Index setzte seinen Aufwärtstrend fort und stieg erstmals in seiner Geschichte über 45.000 Punkte. Auch der Hang Seng Index der Börse in Hongkong bestätigte mit neuen Mehr-Jahres-Hochs seinen Aufwärtstrend. Erstmals seit 2021 notierte der Index wieder über 26.000 Zählern.
Der US-Dollar zeigte sich nur wenig verändert. Die Leitzinssenkung, die den Zinsvorteil gegenüber Währungen wie Euro und japanischem Yen verkleinerte, war schon zuvor eingepreist worden. Als Misstrauensvotum gegen den US-Dollar kann man dagegen den beschleunigten Anstieg der Edelmetallpreise werten.
Der Goldpreis stieg auf neue Rekordhöhen von fast 3.800 US-Dollar pro Unze. Und auch Silber, Platin und Palladium setzten ihren Preisanstieg beschleunigt fort. Silber erreichte erstmals seit 2011 45 US-Dollar pro Unze.
Quelle
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