von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Leitzins
07.09.2025
Auf die grundsätzliche Einigung zwischen den USA und der EU auf eine Zoll-Neuregelung wurde dann aber mit Enttäuschung reagiert. Den Belastungen der EU-Wirtschaft steht allenfalls die Erleichterung gegenüber, dass eine Eskalation des Zollstreits verhindert werden konnte. Teile des „Deals“ und dessen Umsetzung blieben zudem unschlüssig. Hierzu gehört beispielsweise die Verpflichtung der EU, bis 2028 Energieträger im Wert von 750 Milliarden US-Dollar und Halbleiter-Chips für 40 Milliarden US-Dollar aus den USA zu importieren.
An den US-Märkten sorgten die „Zoll-Deals“ keineswegs für Freude, vielmehr machte man sich auch dort Sorgen um die Folgen, zumal sich erste Auswirkungen auf den US-Arbeitsmarkt und den US-Konsum zeigten.
Die US-Notenbank blieb gegenüber den Forderungen von Trump nach Zinssenkungen zunächst standhaft. Nach fünf Monaten der Schwäche erholte sich daraufhin der US-Dollar in der letzten Juliwoche auf zwischenzeitlich 1,14 US-Dollar je Euro. Angesichts von Schwächeanzeichen des US-Arbeitsmarktes keimte die Hoffnung auf eine US-Leitzinssenkung im September auf. Als die US-Inflationsrate für den Juli mit 2,7 Prozent veröffentlicht wurde, bestärkte das die Erwartung einer geldpolitischen Lockerung.

Nikkei-225-Index erreicht Rekordhöhen
Quelle: Finanzen.net, DRESCHER & CIE AG, 25.08.2025
Allerdings lag die Kernrate ohne die stärker schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise mit 3,1 Prozent deutlich über dem Ziel der Notenbank. Umso mehr wandte sich die Aufmerksamkeit der Märkte schließlich dem Notenbanken-Treffen in Jackson Hole zu. Tatsächlich bestärkte dort US-Notenbankpräsident Powell die Erwartung einer Leitzinssenkung im September: Weil die gegenwärtige Geldpolitik restriktiv wirke, ziehe man eine Änderung in Erwägung, erklärte er.
Mit der Aussicht auf sinkende Leitzinsen verlor der US-Dollar schlagartig weiter an Wert. Der Euro sprang wieder über 1,17 US-Dollar je Euro. Auch die Kurse von Vermögenswerten wie Aktien und Edelmetallen profitierten von der Aussicht auf niedrigere Zinsen und einen schwächeren Dollar.
Bei niedrigeren Zinsen wird der Zinsvorteil, der die US-Währung bislang stützte, kleiner und andere Vermögenswerte, die mit verzinslichen US-Dollar-Anlagen konkurrieren, werden relativ betrachtet attraktiver.

Euro-STOXX-50 mit leichter Aufwärtstendenz
Quelle: leitzinsen.info/eurozone.htm, DRESCHER & CIE AG, 25.08.2025
Der Euro-STOXX-50 konnte im Verlauf des Augusts zulegen, aber keine neuen Jahreshochs erreichen. Auch der Deutsche Aktienindex (DAX) zeigte sich ohne neue Rekordhöhen freundlich. Der Goldpreis pendelte unter recht kleinen Schwankungen um seinen Durchschnittspreis der vergangenen vier Monate von rund 3.350 US-Dollar pro Unze.
Bewegung gab es auch bei den Edelmetallen. Während der Goldpreis nach der Rekordjagd bis April in eine um 3.400 US-Dollar pro Unze pendelnde Seitwärtsbewegung überging, brach der Silberpreis im Juni über seine bisherigen Jahreshochs aus und erreichte mit über 39 US-Dollar pro Unze den höchsten Preis seit 2011.
Noch höher fielen die prozentualen Preissteigerungen bei Platin und Palladium aus. Beide sind deutlich seltener als Gold, litten in den vergangenen Jahren aber darunter, dass ihre vorrangige industrielle Verwendung beim Katalysatorenbau angesichts der Automobil-Elektrifizierung an Bedeutung verliert. Nachdem sich inzwischen aber das Angebot-Nachfrage-Verhältnis umgekehrt hat und weniger Platin und Palladium neu abgebaut als verbraucht werden, zogen die Preise stark an. Platin verteuerte sich in den vergangenen drei Monaten um 50 Prozent auf gut 1.450 US-Dollar pro Unze, Palladium im gleichen Zeitraum um rund 35 Prozent auf ca. 1.275 US-Dollar.
Kryptowährungen profitierten von der krypto-freundlichen Gesetzgebung der Trump-Administration. Das im Trump-Familienbesitz befindliche Unternehmen Media & Technology Group hält Bitcoin im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar. Der Bitcoin erreichte neue Rekordhöhen bei gut 120.000 US-Dollar. Andere Kryptowährungen verzeichneten mehrheitlich ebenfalls Wertsteigerungen, darunter die Nummer zwei und drei nach Marktwert, Ethereum und XRP (Ripple).
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