von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Globale Märkte Volatile Märkte
07.04.2025
Hoffnungen, bei den Zolldrohungen gegen alle wichtigen Handelspartner der USA handele es sich nur um eine Verhandlungsstrategie, wurden enttäuscht. Die in der Breite entfachten Handelskriege und die wechselhaften Rahmenbedingungen erschweren die Planungssicherheit für Unternehmen, unterbrechen bewährte Lieferketten und belasten die Nachfrage der US-Privathaushalte.
Entgegen seinen Wahlversprechen schwächt diese Politik die Konjunktur und heizt die Inflation wieder an. Das US-Konsumklima verschlechterte sich deutlich. Die Aktien von US-Einzelhandelsunternehmen verzeichneten unter Führung von Walmart zeitweilig höhere Kursverluste. Unternehmensvertreter wurden im Weißen Haus vorstellig und baten vergeblich um eine andere Politik.
Die mit Spannung erwarteten Geschäftsergebnisse des KI-Chip-Herstellers Nvidia fielen sehr gut aus, bei der überaus hoch bewerteten Aktie wurden sie aber mit Kursverlusten quittiert. Dies belastete auch andere Aktien aus der Branche. Alle Magnificent 7 Stocks erlitten deutliche Kursverluste, was den seit 2023 erfolgsverwöhnten Nasdaq-100 abwärts schickte.

NASDAQ-100 seit Februar mit Kursverlusten
Quelle: Finanzen.net, DRESCHER & CIE AG, 31.03.2025
Dass Trump und seine Diplomaten in Fragen des Angriffskrieges gegen die Ukraine zunehmend Positionen von Russland übernehmen und sich auf die Seite Russlands schlagen, schockierte vor allem Westeuropa. Angesichts der Bedrohung durch Moskau und der Aufkündigung des US-Beistands begannen die europäischen Regierungen mit der Mobilisierung von milliardenschweren Verteidigungsbudgets.
Deutschland bereitet zusätzlich hohe Investitionen in die Infrastruktur vor. Dies führte an den Anleihemärkten zu einem Renditeanstieg und an den Aktienmärkten zu Kursgewinnen, weil dies wie ein Konjunkturprogramm wirken dürfte. Zu den größeren Kursgewinnern zählten europäische Rüstungswerte und Aktien von Baukonzernen, während Immobilienwerte wegen der höheren Kapitalmarktrenditen Kursverluste verzeichneten.
Die Europäische Zentralbank (EZB) konnte angesichts der weitgehend unter Kontrolle befindlichen Preisentwicklung ein zweites Mal seit Jahresbeginn ihre Leitzinsen um jeweils einen viertel Prozentpunkt senken. Am 6. März sank der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,9 Prozent.
Die Einlagefazilität, mit der Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank verzinst werden, sank auf 2,5 Prozent, was sich für Sparer in der Eurozone entsprechend auf die Höhe von Bankzinsen auswirken dürfte.
Während sich die US-Anleihemärkte im März wenig bewegt zeigten, sprang die Rendite deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit von 2,47 auf 2,93 Prozent, als die Entscheidung für schuldenfinanzierte Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur fiel. Der Bund-Future, der an der Terminbörse die Kursentwicklung der Bundesanleihen widerspiegelt, erlebte binnen weniger Tage einen Kurseinbruch von 132 auf 126,5 Prozent.

EZB-Zinssenkungen lassen Anleiherendite steigen
Quelle: Finanzen.net, DRESCHER & CIE AG, 31.03.2025
Die europäischen Aktienmärkte bauten ihre relative Stärke gegenüber dem US-Aktienmarkt weiter aus. Anfang März markierte der Euro-STOXX-50 einen neuen Rekordstand bei 5.568 Zählern und entfernte sich im Monatsverlauf davon nicht weiter als bis auf 5.300 Punkte. Ganz ähnlich erreichte der Deutsche Aktienindex DAX im März einen neuen Rekord bei 23.476 Zählern und blieb in dessen Nähe.
An den Devisenmärkten zeigte sich der Vertrauensverlust in die USA beim Dollar-Wechselkurs. Trotz eines vergrößerten Zinsvorteils für die US-Währung stieg der Euro im März von rund 1,04 US-Dollar auf zeitweilig über 1,09 US-Dollar pro Euro.
Kryptowährungen, die im Februar stark unter Abgabedruck geraten waren, erlebten Anfang März einen kurzen Erholungsversuch, als Donald Trump seine Pläne für eine „strategische Krypto-Reserve“ erwähnte. Neben Bitcoin und Ether wurden dabei von ihm auch XRP (von Ripple), Solana und Cardano genannt. Deren Wechselkurse sprangen prozentual zweistellig nach oben, gaben diese Gewinne aber rasch wieder ab. Entgegen den Hoffnungen von Kryptoinvestoren soll die Reserve nur aus beschlagnahmten Coins bestehen und nicht durch Käufe aufgestockt werden.
Der Goldpreis profitierte dagegen von den globalen Unsicherheiten und stieg erstmals in der Geschichte auf über 3.000 US-Dollar pro Unze.
Quelle
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