von
Sommese & Kollegen
Strategie
Diversifizierung Anlageklassen
10.05.2025
Und nicht nur amerikanische Aktienanleger glaubten an eine positive Wirkung von Trump auf die Börsen, auch ausländische Investoren sahen sich in ihrer Entscheidung für US-Aktien bestätigt. Der seit Jahren anhaltende Zustrom ausländischen Kapitals an die US-Börse erreichte im vierten Quartal vergangenen Jahres, im Umfeld der Präsidentschaftswahlen, seinen Höhepunkt – und mit ihm die US-Aktienindizes.
Der populäre Dow Jones Industrial Average Index erklomm am 4. Dezember Allzeithöchststände: 45.014 Punkte auf Schlusskursbasis und 45.073,6 Zähler im Handelsverlauf. Knapp zwei Monate später, Ende Januar und damit kurz nach dem Amtsantritt Trumps, unternahm der Markt einen Versuch, diese Marken zu übertreffen, kam aber nicht mehr entscheidend über 45.000 Punkte hinaus.
Dem S&P-500-Index gelang es dagegen noch im Februar, seine alten Rekordmarken knapp zu überbieten: neuer Rekord bei 6.147,4 Punkten. Ähnlich der Nasdaq-100-Index mit einem Rekordstand bei 22.222,6 Zählern. Damit erreichte auch der Börsenwert aller US-Aktien, die sogenannte Marktkapitalisierung, einen Höhepunkt. Die an der New York Stock Exchange und an der Nasdaq zusammen gehandelten Aktien von 5.455 Unternehmen kamen zusammen auf einen rechnerischen Kurswert von 62 Billionen US-Dollar.
Von wenigen Ausreißern abgesehen, liegen nahezu alle Wasserfonds über die vergangenen drei Jahre von März 2022 bis Ende Februar 2025 in der Gewinnzone, im Mittel allerdings nur bei einem kumulierten Plus von rund 6 Prozent. Der schon im Jahr 2000 aufgelegte Pictet-Water ist der Klassiker der Wasser-Fonds.
In den vergangenen drei Jahren liegt die Performance hinsichtlich Wertzuwachs und Volatilität nahe dem Median. Rund 60 Prozent seiner Investments entfällt inzwischen auf Aktien, die Pictet dem Sub-Thema Wasser-Technologie zuordnet. Die Bedeutung von Wasserversorgern ist im Laufe der Jahre von 45 Prozent auf heute ca. 15 Prozent gesunken und hat damit einen kleineren Anteil als Aktien von Umweltdiensten, zu denen Entsorgungsunternehmen gezählt werden.
Zum gleichen Zeitpunkt wurden die knapp 4.000 japanischen Aktiengesellschaften zusammen mit nur 6,4 Billionen Dollar bewertet und die 2.275 an der Shanghai Stock Exchange gelisteten chinesischen Unternehmen mit 7,2 Billionen Dollar. Zum Vergleich: In Deutschland sind knapp 500 Unternehmen börsennotiert und ihre Marktkapitalisierung erreicht zusammen gerade mal 2 Billionen US-Dollar. Der Marktkapitalisierung folgen die meisten Aktienindizes, auch die populären globalen Indizes wie MSCI World oder FTSE All-World.
Unter Führung von US-Konzernen wie Apple, Nvidia, Microsoft, Amazon und Alphabet, deren Börsenwert bereits mehrere Billionen US-Dollar erreichte, stieg der Anteil von US-Aktien in den globalen Aktienindizes auf Rekordwerte von über 70 Prozent.
Sogar bei Einbeziehung der Schwellenländer, allen voran China, wie dies bei „All Countries“ oder „All-World“-Indizes der Fall ist, erreichte der Anteil von US-Aktien rund 65 Prozent. Die zehn größten Aktienpositionen sind ausnahmslos Aktien von US-Konzernen. Obwohl solche Welt-Aktienindizes in mehrere Tausend Aktien investieren, weicht die Wertentwicklung deshalb kaum von der Wertentwicklung des US-Aktienmarktes ab, wogegen der Einfluss anderer Länder kaum spürbar ist. So kommt Japan in den globalen Aktienindizes in der Regel auf eine Gewichtung von nur 5 bis 6 Prozent – und steht damit weit abgeschlagen an zweiter Stelle nach den USA, aber noch vor allen weiteren Ländern.
Gleichzeitig kam es durch die Kursentwicklung in der Branchenbetrachtung zu einer Konzentration auf Informationstechnologie und Kommunikationsdienste. Diese Fokussierung sieht wie eine Bestätigung des amerikanischen Exzeptionalismus als nationalistische Ideologie aus. Man geht in der nationalen Perspektive davon aus, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eine Sonderstellung gegenüber allen anderen Nationen einnehmen. Eine Ideologie, die offenbar auch das Leitbild des jetzigen US-Präsidenten ist. Schon im März begriffen mehr und mehr Marktbeobachter, dass diese krude Weltsicht und irrwitzige Pläne zum Umbau der Weltwirtschaft die Politik von Trump bestimmen.
Spätestens mit dem sogenannten „Tag der Befreiung“ Anfang April, der Erklärung des Handelskrieges der USA gegen den Rest der Welt (mit Ausnahme Russlands), musste es an den Börsen zu einem Stimmungsumschwung kommen. In den Folgewochen verzeichneten nicht nur US-Aktien hohe Kursverluste, auch US-Staatsanleihen und der US-Dollar litten unter einem weitreichenden Vertrauensverlust in die USA.
Das bescherte Anlegern, die sich allzu sehr auf US-Investments konzentriert hatten, gleich doppelte Verluste. Während der Aktienmarkt 20 Prozent verlor (S&P-500 von Anfang Februar bis zum April-Tief bei 4.835 Punkten), fiel der US-Dollar von 0,98 Euro um gut 10 Cent auf 0,88 Euro. Für einen in Euro rechnenden Anleger verlor der US-Aktienmarkt somit binnen zwei Monaten rund 30 Prozent seines Wertes.
Wer, wie die einschlägigen Weltaktien-Indizes, mit zwei Dritteln seines Portfolios 30 Prozent Verlust erleidet, kann das nicht mit dem verbliebenen Drittel ausgleichen. Ein Klumpenrisiko, das erst jetzt vielen Anlegern bewusst wird. Gerade Anleger in ETFs auf Weltaktienindizes sind davon betroffen. Aber auch viele aktiv gemanagte Fonds haben sich zu einer sehr hohen Gewichtung der USA und des US-Dollars verleiten lassen.
Eine neuerliche Eskalation der Handelskonflikte ist durchaus möglich. Ebenso dürften die Zweifel an der Bonität der USA und dem US-Dollar als Reservewährung früher oder später zunehmen. Das simple, aber sehr erfolgreiche Rezept der vergangenen 15 Jahre, einfach möglichst viel Geld in US-Aktien zu investieren, dürfte vor einer Bewährungsprobe stehen. Die „Wette auf die USA“ ist riskant geworden und sollte nicht mit zwei Dritteln oder gar drei Vierteln des investierten Kapitals eingegangen werden.
Die gute Nachricht: Der Gleichlauf der Börsen hat seit Trumps Handelskrieg deutlich abgenommen. Risikostreuung ist umso erfolgreicher, je geringer die Korrelationen sind. Wer beispielsweise die europäischen Aktienmärkte höher gewichtet hat, hat im laufenden Jahr den MSCI-Weltaktienindex und die meisten Aktienfonds schlagen können.
Und Gold hat seine Rolle in einem wirklich diversifizierten Portfolio unter Beweis gestellt. Während die meisten Rohstoffpreise unter den schlechteren Konjunkturaussichten litten, kletterte der Goldpreis auf neue Rekordhöhen – auch in Euro gerechnet.
Das Plus von rund 14 Prozent seit Jahresbeginn wirkt in einem Gesamtportfolio wohltuend als Gegengewicht zum schwachen US-Aktienmarkt und US-Dollar. Anleger sind als mehr denn je gut beraten, wirklich breit gestreut zu investieren und nicht alles auf die US-Karte zu setzen.
Quelle
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