von
Sommese & Kollegen
Marktbericht
Diversifizierung Tech-Aktien
07.10.2023
Dagegen ist es eine riskante Spekulation, wenn Privatanleger große Beträge in Einzelaktien investieren, weil sie glauben, die Apple-Aktie von morgen entdeckt zu haben.
Erfolgsstorys wie aktuell die von Nvidia sind geeignet, Anleger für die Aktienanlage zu interessieren. Die Entscheidung, wann sich in solchen Fällen noch ein Aufspringen lohnen kann oder ob die Zeit für Gewinnmitnahmen gekommen ist, überlässt man aber besser Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern, am besten spezialisierten Fachleuten für bestimmte Tech-Sektoren.
Dass der Aktienkurs von Nvidia auf das jüngste Übertreffen der Prognosen kaum noch positiv reagierte, mag ein erstes Signal dafür sein, dass sich der rasante Steigflug der KI-Aktien so nicht mehr fortsetzen kann. Bei der Auswahl der attraktiven Tech-Themen sollte man also nicht prozyklisch den aktuellen Boom-Themen nachlaufen, sondern auch antizyklisch auf Sektoren blicken, die zuletzt mehrheitlich links liegen gelassen wurden. Biotech zählt zu letzteren.
Die US-Notenbank dagegen beließ wie von den Kapitalmärkten erhofft ihre Leitzinsen unverändert, betonte aber ihre Entschlossenheit, weiter das erklärte Zwei-Prozent-Ziel bei der Inflation anzustreben. Somit könnte eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr erfolgen. Zudem dürften etwaige Zinssenkungen 2024 geringer ausfallen als bislang erwartet. Dies enttäuschte die vorherrschenden Hoffnungen und hatte stärkere Kursverluste an den Aktien- und Rentenmärkten zur Folge.
Insofern enttäuschte auch der September 2023 wie viele seiner Vorgänger, denn der September gilt bei Börsenstatistikern als verlustbringender Monat. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang auf über 4,6 Prozent und damit den höchsten Stand seit 2007, was Kursverluste für Anleihen bedeutete.
Die entsprechende Rendite deutscher Bundesanleihen stieg auf über 2,9 Prozent – das höchste Niveau seit Sommer 2011. Der wichtige Terminkontrakt für Bundesanleihen hatte den August mit einem Stand von gut 133 Punkten beendet, rutschte dann aber vor allem in der letzten Septemberwoche mit Werten unter 128 Zählern auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Allein im September beläuft sich der Kursverlust mit vermeintlich sicheren Anleihen auf rund vier Prozent.
Die als Leitbörsen geltenden US-Aktienmärkte verzeichneten den zweiten Monat in Folge Kursverluste. Der Dow Jones fiel zeitweilig unter 33.500 Zähler, wodurch die zwischenzeitlichen Gewinne seit Anfang Juni verloren gingen. Das gilt auch für den S&P 500, der unter 4.300 Punkte rutschte. Auch die lange beliebten US-Technologieaktien konnten sich mehrheitlich nicht der Kursschwäche entziehen.
So kehrte auch der Nasdaq 100 zu dem Niveau zurück, das er vor vier Monaten erreicht hatte. Die europäischen Aktienmärkte hatten sich mehrheitlich seit April in einer Seitwärtsbewegung befunden. Mit den Rückgängen beim Euro Stoxx 50 unter 4.200 Zähler und beim DAX unter 15.500 Punkte wurden die psychologisch wichtigen Unterstützungen am unteren Rand dieser Seitwärtsbewegung in der letzten Septemberwoche unterschritten. Schon in der ersten Oktoberhälfte sollte sich zeigen, ob das ermäßigte Kursniveau wieder als günstige Einstiegsgelegenheit verstanden wird oder ein weiterreichender Abwärtstrend entsteht.
An den Devisenmärkten stärkte die Aussicht auf höhere US-Zinsen für längere Zeit die amerikanische Währung, die damit ihren Zinsvorteil gegenüber dem Euro halten kann. Der Mitte Juli begonnene Aufwärtstrend des US-Dollars setzte sich fort und erreichte 1,05 US-Dollar pro Euro. In japanischen Yen näherte sich der Wert eines US-Dollars wieder der Marke von 150 Yen, die ein Mehr-Jahres-Hoch markiert.
Dem Goldpreis tat die Aussicht auf höhere US-Zinsen für längere Zeit nicht gut. Der Preis für eine Feinunze Gold fiel unter 1.880 US-Dollar und damit den tiefsten Stand seit März dieses Jahres. Auch der Silberpreis stand im September unter Druck, blieb mit Kursen um 22,50 US-Dollar pro Unze aber in der seit Juni geltenden Bandbreite.

DAX
Quelle: Economic Research Division / Federal Reserve Bank of St. Louis / DRESCHER & CIE AG / 25.08.2023
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