von
Sommese & Kollegen
Strategie
Anlageklassen Nachhaltige Geldanlage
08.04.2025
Solange die Performance der Weltaktienindizes vom Hype um die Magnificent 7 getrieben wurde, fiel es den Wasser-Fonds schwer, mitzuhalten. Anlässlich des Weltwassertages am 22. März richtete sich der Blick auf jene Fonds, die sich diesem Thema schon vor Jahren verschrieben hatten.
Im Gegensatz zu manch anderem Thema erweist sich Wasser als Dauerbrenner – und das wird angesichts der nicht kleiner werdenden Bedeutung einer guten Wasserversorgung für die Menschheit auch so bleiben. Denn die Herausforderungen nehmen nicht ab, sondern stetig zu. Galt Wasser früher als klassisches Problem von Entwicklungsländern, leiden inzwischen auch viele entwickelte Regionen unter „Wasserstress“, Überflutungen durch Starkregen einerseits und Dürren andererseits.
Fast drei Viertel der Naturkatastrophen zwischen 2001 und 2018 waren wasserbezogen, was hohe Investitionen in eine angepasste Wasserinfrastruktur erfordert. Mehr als 1,7 Milliarden Menschen leben in Flusseinzugsgebieten, in denen die Wasserentnahme die natürliche Wiederauffüllung übersteigt. Geschätzte 2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, was hohe gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Jede Woche ziehen durchschnittlich 1,5 Millionen Menschen vom Land in die Städte, was entsprechende Investitionen in der Wasser- und Abfallinfrastruktur erfordert.
Diese werden zunehmend von privaten Ver- und Entsorgern geleistet. Die von privaten Wasserversorgern bediente Bevölkerung wird voraussichtlich innerhalb dieses Jahrzehnts um 30 Prozent steigen. Auch die industrielle Produktion benötigt große Mengen sauberen Wassers, teilweise aufbereitet zu Reinstwasser, beispielsweise in der Mikrochipproduktion.
Von wenigen Ausreißern abgesehen, liegen nahezu alle Wasserfonds über die vergangenen drei Jahre von März 2022 bis Ende Februar 2025 in der Gewinnzone, im Mittel allerdings nur bei einem kumulierten Plus von rund 6 Prozent. Der schon im Jahr 2000 aufgelegte Pictet-Water ist der Klassiker der Wasser-Fonds.
In den vergangenen drei Jahren liegt die Performance hinsichtlich Wertzuwachs und Volatilität nahe dem Median. Rund 60 Prozent seiner Investments entfällt inzwischen auf Aktien, die Pictet dem Sub-Thema Wasser-Technologie zuordnet. Die Bedeutung von Wasserversorgern ist im Laufe der Jahre von 45 Prozent auf heute ca. 15 Prozent gesunken und hat damit einen kleineren Anteil als Aktien von Umweltdiensten, zu denen Entsorgungsunternehmen gezählt werden.
Drei Viertel des Portfolios entfallen aktuell auf Nordamerika, rund ein Fünftel auf Europa. Nach Firmensitz ist nur ein kleiner Teil Asien und den Schwellenländern zuzurechnen. Schaut man sich die regionale Aufteilung nach Unternehmensumsätzen an, kommen Asien und die Schwellenländer immerhin schon auf fast ein Fünftel. Dies ist bei den meisten Wasser-Fonds nicht viel anders.
Trotz des knapp 8 Milliarden Euro großen Fondsvolumens finden sich im Pictet-Portfolio viele Aktien von Unternehmen mit Marktkapitalisierungen zwischen 5 bis 50 Milliarden US-Dollar. Knapp 40 Prozent des Fondsvermögens entfallen gemäß der Morningstar-Zuordnung auf Large Caps. Das ist im Durchschnitt der Peergroup und bei den volumenkleineren Wasser-Fonds meist noch weniger.
Laut Morningstar sind im Schnitt fast 50 Prozent der enthaltenen Werte Mid Caps und gut 20 Prozent Small und Micro Caps. Nicht zuletzt angesichts der ausgedehnten Bewertungsunterschiede zwischen den teuren (US-)Large Caps einerseits und den attraktiver bewerteten Mid Caps andererseits dürften Wasser-Fonds unter den globalen Aktienfonds in den kommenden Monaten und Jahren ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis bieten.
Quelle
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